Zusammen

Sonderpreisträgerin Corinne Eckenstein und ihre Laudatorin, die Autorin Lilly Axster, jahrelange Wegbegleiterin bei Theaterprojekten und mit ihr gemeinsam Gründerin der freien Gruppe Foxfire…

Sonderpreisträgerin Corinne Eckenstein und ihre Laudatorin, die Autorin Lilly Axster

Heinz Wagner auf Kinder/Jugendkultur und mehr https://kijuku.at über meine Laudatio auf Corinne Eckenstein am 7. Oktober 2022 im Burgtheater-Kasino in Wien:

In der sehr bewegenden, berührenden, nie kitschigen und vor allem inhaltsreichen Laudatio von Lilly Axster heißt es unter anderem:

„Du hast den Dschungel und den Spirit des Hauses mit über 30 Produktionen geprägt, belebt und Tausende Kinder und Jugendliche inspiriert und ermutigt, sich nicht zurechtbiegen zu lassen. Ungezählten kleinen und jungen Rebell:innen, realen wie fiktiven, hast du Bühne geboten und ihr Wollen verstärkt. Dieses Wollen ist für dich Lebensenergie und Leidenschaft…
Ich kenne dich, Corinne, als verlässliche Kämpferin gegen all diese im Theater leider immer wieder, immer weiter zu findenden Beschämungen, Machträusche, Macker- und Mackerinnentum (sexuelle Belästigung, Machtmissbrauch, Bodyshaming, Sexismus, Machismus, Misogynie, Blackfacing u.a.m. in vielen großen Theaterburgen). Ganz im Gegenteil zu diesen Egotrips und Gewalt fördernden Strukturen deine Arbeit: Einen möglichst Angs- und diskriminierungsfreien Rahmen schaffen.“

Follow@kiJuKUheinz Heinz Wagner https://kijuku.at/buehne/die-neuen-stars-am-kinder-und-jugendtheaterhimmel-sind/

Sonderpreis des ASSITEJ-Vorstandes für Corinne Eckenstein

Neben der erwachsenen Jury sowie den Kinder- bzw. Jugend-Juror:innen vergibt jedes Jahr auch der Vorstand der österreichischen ASSITEJ, der heimischen Sektion der internationalen Kinder- und Jugendtheatervereinigung einen Sonderpreis – in der Regel an eine Einzelperson. In diesem Jahr geht dieser Stella an Corinne Eckenstein, die derzeitige künstlerische Leiterin des Dschungel Wien, (Mit-)Gründerin der Theatergruppe Foxxfire – inspiriert von Joyce Carol Oates‘ „Foxifire, Confessions of a girl gang“ (1993).

Wunschliches Herzglück, Corinne! Ich freue mich sehr. 20 Jahre Theater FOXFIRE mit dir gemeinsam, von 1995 bis 2015, thanks for everything.


Dokumentarfilm Yeter Güneş – Sechs Jahre / Altı Yıl

Yeter Güneş, Bernadette Dewald, Louis Hofbauer und ich haben den Dokumentarfilm fertig gestellt. Yeter legt Zeugnis ab über ihren politischen Kampf in den 1980er Jahren bis heute. Der Film zeigt sie in Gesprächen mit Gül und Aysel und Melike, mit dem Filmteam, an den Orten, in denen sie in Wien politisch und freundschaftlich verortet ist. Die Dokumentation wurde im Sommer 2022 im Rahmen des Projekts Wider Worte veröffentlicht. (Dank an das BMKOES für die Förderung)

YETER GÜNEŞ 6 JAHRE / ALTI YIL

Länge /Length

76 Minuten / minutes

Sprache / Language

Türkisch/Deutsch mit deutschen/türkischen oder englischen UT
Turkish / German with german / turkish or english Subtitles

Trailer

synopsis

//DT
YETER GÜNEŞ 6 JAHRE / ALTI YIL

Sprechen müssen, gehört werden wollen. Flüstern, leise sprechen, viele Jahre lang, allmählich lauter werden, über Widerstand sprechen, endlich, in jeder Lautstärke. Überlebt haben, Zeugnis ablegen.

Yeter Güneş hat in den 1980ger Jahren als Jugendliche und junge Erwachsene gegen die Militärdiktatur in der Türkei gekämpft und wurde 6 Jahre im berüchtigten Mamak Gefängnis in Ankara inhaftiert und gefoltert. Bis heute wird sie in der Türkei der Gezi- und anderer
widerständiger Gruppen als Vorbild, Heldin und Kämpferin verehrt.

Zeitzeug:innen und ihre Erzählungen sind der unmittelbarste Weg zur Begegnung mit Geschichte von Faschismus und Unterdrückung. Allerdings scheitert die Erzählung häufig an der Intensität der Erfahrungen.
Auf der Suche nach Sprache für das schwer Vermittelbare greift YETER GÜNEŞ 6 JAHRE / ALTI YIL Zeichen und körperlichen Ausdruck auf um fragmentierend in animierten Farben und Formen auf zusätzliche Ebenen hinzuweisen.

Erst nach Jahren im Exil. Über alles sprechen. Tastend. Wie die entfesselte Gewalt vermitteln, wer will, wer kann die Schilderungen von Folter hören. Wie damals im Gefängnis verschlüsselt kommuniziert wurde, in Pullover eingestrickt als Muster, in Fußbewegungen vor Gericht, in der Anordnung des zurückgeschickten Essens während des Hungerstreiks.

“Mein Leben lang werde ich das erzählen, es herausschreien.”
Yeter Güneş, für den türkischen Geheimdienst noch heute eine Terroristin, lebt als Aktivistin in Wien.

//EN
YETER GÜNEŞ 6 YEARS / ALTI YIL

Having to talk, wanting to be heard; Whispering, talking quietly for many years, then slowly getting louder, talking about resistance, finally, at any volume. Bearing witness to survival.

As a teen and young adult in the 1980s, Yeter Güneş fought against the military dictatorship in Turkey. She was imprisoned and tortured in the notorious Mamak prison in Ankara for six years. Gezi protesters as well as other resistance groups still celebrate her as a hero, a fighter, and their role model.

Contemporary witnesses and their narratives offer the most direct way to encounter histories of fascism and oppression. Nonetheless, such stories are often unable to convey the intensity of the experience.

In her search for a language for the unspeakable, YETER GÜNEŞ 6 YEARS / ALTI YIL employs signs and bodily expressions, using animated colors and forms to refer in a fragmentary way to additional levels.

After many years in exile. Finally talking about it all. Tentatively. How to talk about unleashed violence; who can, who will be able to hear the stories about torture? About the encrypted way of communicating back then in prison, with patterns knitted into pullovers, foot movements in the courtroom, food sent back in a special order during hunger strikes.

“For the rest of my life I will talk about it, shout it out.”
Yeter Güneş, who is still a terrorist in the eyes of the Turkish secret service, lives as an activist in Vienna.

CREDITS

Ein Film von

Yeter Güneş
Lilly Axster
Bernadette Dewald
Louis Hofbauer

mit / Kadro
Yeter Güneş

und / ve
Gül Özkan
Aysel Zeytin Lori
Lilly Axster
Melike Eksik
Louis Hofbauer

Kamera, Schnitt / Düzenleme
Bernadette Dewald

Textredaktion / Metin düzenleme
Lilly Axster

Filmsound / Ses
Louis Hofbauer

Animationen / Candandırma
Louis Hofbauer
Bernadette Dewald

Übersetzung / Çeviri
Sevil Eder
Sena Dogan
Demet Kavut
Nuran Kovankaya Meriç
MSS Kapstadt

Buchtext / Kitap metni
‘Der Pullover trägt mich nicht mehr’
Lilly Axster
Edition Assemblage, 2022

‘Yünden bir bellek’
Lilly Axster, Çeviri Dilman Muradoğlu
Edition Assemblage, 2022

Musik / Müzik
‘Mihemedo’
Alişer Malneket
(Şivan Perwer)

‘Best Life’
Oluchukwu Akusinanwa

‘Ey Özgürlük’/ ‘Oh Freiheit’
Melike Eksik
(Paul Eluard, Zülfü Livaneli)

‘Ey Özgürlük’/ ‘Oh Freiheit’
Hor 29. Novembar
(Paul Eluard, Zülfü Livaneli)

‘Ey Özgürlük’/ ‘Oh Freiheit’
Melike Eksik & WanDeRer-Trio
(Paul Eluard, Hans Breuer)

‘Hücrem’/ ‘Zelle’
Ali Asker

‘Hücrem’/ ‘Zelle’
Melike Eksik & Alişer Malneket
(Ali Asker)

‘Ya talêel al-jabal’
Terez Sliman & Sofia Adriana

‘Welche Regeln gelten hier’/ ‘Burada hangi kurallar geçerlidir’
EsRAP
(Lukas Andre Ljubanovic, Springstoff)

Produktion / Yapım
Planet 10 & widerworte 2022

Graffiti art ‘bodies of knowledge’: Amoako (Mesquita) Boafo & Ani Ganzala
Singing dragqueen: nic
‘Share your privileges’: Tribute to Linda Nkechi Louis

Dank / Teşekkür
Bettina Frese
Christiane Zeiler
Danilo Jovanović
Edition Assemblage
Eray Eraslan
Ezgi Erol
Flavia Mudesto
Gorji Marzban
Ivan Bilić
Jana Dolecki
Katarina Streiff
Luka Staab
Roswitha Schachinger
Lisa Rosenblatt
Verein für Barrierefreiheit in der Kunst, im Alltag, im Denken/WG Grundsteingasse
Viyana demokratik haklar derneği
WanDeRer-Trio: Hans Breuer, Efe Turumtay, Nikola Zaric
Wohnzimmerkonzert im Kunst- und Kulturraum Stand 129 Viktor Adler Markt Wien

widerworte.at
yeterguenes.com
lillyaxster.at
https://bernadette-dewald.online
louis.mur.at
planet10wien.at
barrierfreehouse.wordpress.com
edition-assemblage.de/buecher/der-pullover-traegt-mich-nicht-mehr


Wider Worte

Wider Worte Logo
Logo Wider Worte by Mikael Movldi Elmurzaev

Afro Rainbow Austria, Liz Art, Elisabeth Löffler, physical theatre side effect, Mikael Movldi Elmurzaev, Planet 10, Verein für Barrierefreiheit in der Kunst, im Alltag, im Denken, Filmproduktion „Yeter Güneş“, u.v.a.m. arbeiten derzeit am Projekt „Wider Worte“ und präsentieren im Juni und im September an Tagen der offenen Tür in 1100 und 1160 Wien die Ergebnisse und geben Einblick in die künstlerischen und aktivistischen Prozesse.


Animationsfilm „Zoulikas Nachmittag“

making off_ Christine Aebi, März 2022

Christine Aebi (Animation), Aurora Timon Hackl (Musik), Hanna Fleck (Schnitt), Sophie Wasserburger (Tonbearbeitung) und ich (Text) haben einen 14 minütigen Animationsfilm frei nach unserem ersten Bilderbuch „Wenn ich gross bin, will ich frau*lenzen“ gemacht. Der Film wird Anfang 2023 veröffentlicht.


Gemeinsam Bücher machen

Seite aus "Ein bisschen wie du"
Lesung aus „Ein bisschen wie du / A little like you“ gemeinsam mit Nicole Suzuki am Karlsplatz beim Filmfestival Kaleidoskop 2019, Foto Abiona Esther Ojo

Keines meiner Bücher oder Stücke entsteht allein am Schreibtisch. Immer ist es ein Zusammen aus den Gedanken und Ideen Vieler, dem Alltag mit Vielen, dem was schon vor langem oder kurzem von Anderen gedacht und geschrieben wurde, aus der Zusammenarbeit mit Lektorat, Grafik, Korrektorat, Buchsatz, Druck, einfach ein großes Zusammen.

Diese Webseite und die Bilderbuchwebseite DAS machen, die Buchcover der Romane „Atalanta Läufer_in“, „Die Stadt war nie wach“ und „Der Pullover trägt mich nicht mehr / Yünden Bir Bellek“ hat Louis Hofbauer gestaltet.

Alle Bilderbücher habe ich gemeinsam mit Christine Aebi gemacht. Das jüngste unserer Bilderbücher ist gemeinsam mit Henrie Dennis und Jaray Fofana entstanden, in der Schriftgrafik von Frederik Marroquin im Zaglossus Verlag von Nicole Suzuki.

Nicole Suzuki und Katja Langmaier haben im ersten Jahrzehnt der 2000er Jahre den Zaglossus Verlag in Wien gegründet. Der Verlag, den in den letzten Jahren Nicole Suzuki allein weitergeführt hat, war einzigartig in der Verlagslandschaft im deutschsprachigen Raum: queer, antirassistisch, feministisch, intersektional. Den Verlag gibt es seit 2022 nicht mehr. Ein großer Verlust.

Der Verlag edition assemblage in Münster, Deutschland, ist ein Kollektiv aus mehreren Herausgeber:innengruppen. Ich freu mich, mit dem neuen Buch „Der Pullover trägt mich nicht mehr “ / „Yünden Bir Bellek“ bei der Edition zu sein und über die Übernahme von „Ein bisschen wie du / A little like you“ von Zaglossus in die Edition.


Brigitte Axster

„Meine Mutter, Bini, ist gestorben. Von einem Tag auf den anderen. Sie wollte gehen. Sie wollte nicht gehen. Beides gleichzeitig. Sie war 80. Eigentlich wollte sie im Kampf sterben. Manchmal hat sie mit dem Mond geredet. Für sie ist dieses Buch.“

Widmung meines Buches „Der Pullover trägt mich nicht mehr“ an meine Mutter Brigitte Axster.

Sie stand seit ich denken kann, für ein Zusammen mit Freund:innen und Weggefährt:innen und allen, die ein Stück Weges mit ihr gegangen sind.

Hier ein Nachruf auf Bini von Heike Wilhelmi für das sogenannte „Blaue Buch“ der Bücherfrauen Deutschland, die Brigitte mit gegründet hat.



Linda Nkechi Louis

check out Seite 4: „Share your privileges“ – Nachruf auf Linda von uns Freund:innen von Planet 10, und Seite 8 : Fotos, und 9: Stencil


Louis Hofbauer

Christine Aebi

Yeter Güneş

Henrie Dennis

Bernadette Dewald

Fachstelle Selbstlaut gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen Wien

imagining desires